1.000 kleine Küchenhelfer

Mit der Wurmkiste zum eigenen Humus und Flüssigdünger. Tüchtige Kompostwürmer verarbeiten deinen Bioabfall - 150 Gramm am Tag.

Ein Kompostwurm.

Landkinder kennen sie noch – Kompost- oder Misthaufen vom Bauern auf dem Hof oder im heimischen Garten. Der Geruch, eine Mischung aus süßlich, herben Pflanzenresten und erdig-grünem Waldboden. In mehrfacher Hinsicht sind sie hilfreich. Grünabfälle aus der Küche verwandeln sich dank fleißiger Würmer und Mikroorganismen in Humus für Blumen und Gemüse.

Jetzt zieht der Kompost in die Stadt: Egal ob Haus, Wohnung, Balkon oder Terrasse, jeder kann seinen eigenen Kompost pflegen – mit einer Wurmkiste. In ihr wird ein Großteil deines Biomülls zu sattem Humus, zu Flüssigdünger für die Tomaten auf dem Balkon oder die Kräutertöpfe in der Küche.

Das Modell einer Wurmkiste: Unten sammelt sich Wurmtee, in der Mitte der Humus. Oben wird fleißig gefüttert. Die Würmer wandern aus der Mitte nach oben und der Humus kann entnommen werden.

Die richtigen Würmer müssen her

Das Prinzip ist so einfach wie genial. Die Basis bildet Erde, die mit Würmern angereichert ist. Wenn du jetzt drauf und dran bist im nächsten Park nach Würmern zu buddeln, kannst du dir den Ausflug sparen. Für eine Wurmfarm kommen nur spezielle Kompostwürmer in Frage. Gängige Arten sind die Eisenia fetida, Eisenia andrei und Dendrobaena veneta. Das sind die besten Esser unter den Würmern und verarbeiten den meisten Grünabfall. Außerdem überleben sie große Temperaturunterschiede. Zwischen 15 und 25 Grad fühlen sie sich wohl, kurzzeitig verkraften sie auch Extreme von 3 bis 35 Grad. So kann die Wurmkiste auch an kalten Tagen auf dem Balkon stehen. Zudem vermehren sich die drei Wurmarten schnell. Mehr Würmer heißt mehr Humus für in kürzerer Zeit. Angst, dass sich eine Wurmflut in deine Wohnung ergießt, brauchst du nicht haben – wenn der Platz knapp wird, hören die Kleinen auf sich zu vermehren.

Würmer sind pflegeleichte Haustiere. Solange die Erde feucht ist, und genügend Apfelreste und Kartoffelschalen in der Kiste landen, kann nichts schief gehen. Achte nur auf richtiges Futter. Würmer sind gerne vegan. Fleisch und Milchprodukte haben nichts in der Wurmkiste zu suchen. Südfrüchte wie Zitronen und Orangen mögen die Würmer nicht, genauso wenig gekochte Reste, trockene Abfälle, wie Zwiebelschalen oder Scharfes, wie Knoblauch und Chili.

Alles andere kann guten Gewissens verfüttert werden. Gerade Kaffeesatz und Teereste sind beliebt. Um das Mahl zu erleichtern kannst du die Bioabfälle klein schneiden. Skurril aber wahr: Kompostwürmer lieben feuchten Karton und Papier – davon sollte immer etwas in der Kiste sein.

Was darf in die Kiste und was nicht ? – Der Wurmspeiseplan auf einen Blick.

Zu viel Futter in der Kiste schadet den Würmern

Achtung! Die Tierchen nicht überfüttern. Ein Wurm verarbeitet die Hälfte seines Körpergewichts an Grünabfällen pro Tag. Ein ausgewachsener Wurm wiegt etwa 0.4 Gramm. Um eine Wurmkiste anzusetzen brauchst du also einige Würmer. Die Startpopulation sollte aus mindestens 500 Würmern bestehen. Nach den ersten 3 Monaten wird sich die Anzahl verdoppeln. 1.000 Würmer können täglich etwa 150 Gramm Bioabfall vertilgen – so viel, wie ein*e Durchschnittsdeutsche*r täglich produziert. Sollte zu viel in der Kiste landet, merkst du das, wenn die Kiste anfängt zu riechen und Fruchtfliegen umherschwirren. Die Lösung dafür ist weniger Futter.

Damit die Erde nicht übersäuert und der pH-Wert neutral bleibt, alle drei bis vier Wochen zerstoßene Eierschalen, Kalk oder Gesteinsmehl in die Kiste geben.

Die Humusernte beginnt, wenn die Kiste voll ist. Dabei musst du darauf achten, dass die Würmer in der Kiste bleiben und die Population nicht geschädigt wird. Ganz unten in der Kiste sammelt sich der sogenannte Wurmtee. Das ist überschüssiges Wasser, das nach unten sickert und durch den Humus mit reichlich Nährstoffen angereichert ist. Der Wurmtee ist ein optimaler Flüssigdünger. Jede deiner Pflanzen wird sich darüber freuen. Vorher solltest du den Wurmtee im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen.

Woher bekomme ich meine Wurmkiste?

Es gibt einige Wurmkisten im Internet zu kaufen. Wenn du nicht nur eine funktionelle, sondern optisch ansprechende Wurmkiste suchst, die du in der heimischen Küche aufstellen kannst, bist du mit dem Wurmhocker von 1.000Worms gut beraten. Der Wurmhocker wurde von zwei findigen Österreichern entwickelt. Die Brüder Thomas und David Witzeneder haben sich zur Aufgabe gemacht, Wurmkisten in schönem Design zu bauen. So wurde die Wurmkiste geboren, die gleichzeitig ein Hocker ist. Sie wird von den zweien in liebevoller Handarbeit in der Werkstatt ihres Großvaters zusammengebaut. Das Angebot der beiden findest du in unserem Online Shop.

 

erschienen am 24. Februar 2017

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