Dein Weg zur eigenen Samenbank

Großkonzerne wie Bayer und Monsanto haben heute eine regelrechte Monopolstellung wenn es um Saatgut geht. Auch als Hobbygärtner bekommt man das zu spüren. Die vermarkteten Hybriden zwingen dazu, jedes Jahr neue Samen zu kaufen. Mit einer eigenen Samenbank kann man sich davon unabhänig machen.

Samen – der Schatz eines/r jeden Gärtner*in.

Früher tauschten Bauern und Gärtner Samen oder sie wurden von Privat zum Verkauf angeboten. Kriterien für gutes Saatgut waren vor allem der Geschmack, seine Resistenz gegen Schädlinge und der Ertrag.

Heute zählt dabei weitaus mehr. Es geht um Farbe, Form, Größe, Ertrag, Resistenz, Geschmack und Großkonzernen, wie Bayer und Monsanto, darum ein Samenmonopol aufzubauen.

Eine Tomatensorte, die besonders ertragreich ist,  zuverlässig wächst und teuer verkauft werden kann, darf die Konkurrenz nicht einfach so pflanzen und verbreiten. Daher sind viele Samen, die der Handel anbietet F1- oder CMS-Hybriden.Sie können nur einmal ausgesät werden. So ist man gezwungen im nächsten Jahr erneut Saatgut zu kaufen – Wirtschaftlich ein guter Trick.

Der Grund: F1 Hybriden sind nicht Samenfest – die zweite Generation kann mitunter verkümmern – und CMS Hybride können sogar sterile Samen ausbilden.

Die Samen eines Kürbis lassen sich sehr einfach herauspicken.

In drei Schritten zur eigenen Samenbank

Dadurch schrumpft die Saatgutvielfalt. Wer also nicht jedes Jahr wieder in den Baumarkt rennen will, um sich teure Samen zu kaufen, sollte sich seinen eigenen Samenvorrat aufbauen. So schützt man auch alte, samenfeste Sorten und trägt zur erhaltung der Vielfalt bei. Für Einsteiger haben wir drei Tipps, wie man seine eigene Samenbank aufbaut:

  •  Nicht alles Saatgut kommt von Großkonzernen wie Bayer, Monsanto und Co. Man kann immer noch Saatgut kaufen, was sich zum erneuten Aussähen, Selektieren und Züchten eignet. Wer also frisch mit dem Gärtnern anfängt, sollte sich einen kleinen Samenvorrat kaufen. Fündig wird man unter anderem bei Bingenheimer Saatgut, der Arche Noah, dem Dreschflegel Verein, dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt oder etwa dem Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V., kurz VERN e.V.
  • Wer samenfeste Sorten ausgesät hat, kann sich nicht nur über leckeres Gemüse freuen, sondern auch über Samen, die sich im nächsten Jahr wieder aussäen lassen. Um die gesammelten Samen haltbar zu machen sollte man sie richtig trocknen.
  • Du hast einen Grundstock an Samen verschiedener Gemüsesorten? Super- dann kannst du deine Samenbank zu vergrößern! Entdecke deine Lieblinge und alte Sorten mit dem besten Geschmack. Wie? Ganz einfach durch tauschen. Samen sind wertvoll und werden heute getauscht wie früher Sticker im Album. Tauschbörsen gibt es etliche. Eine der größten ist der Tauschgarten. Dort bekommt man für jeden getauschten Samen ein Tauschticket – die „Währung” der Community. Sie kann man für neue Samen eintauschen. Zu kompliziert? Auf Facebook gibt es verschiedene Samentausch-Gruppen. Oder – das Ganze mit einem Spiel verbinden und über GEO-Caching Samen tauschen – die Möglichkeiten sind zahlreich.

Die Auflistung hegt keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern will den Anreiz schaffen Samen zu kultivieren.

erschienen am 21. März 2017

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