Die Ethical Fashion Show 2017 in Bildern

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Ethical Fashion Show Berlin

Seidenweiche Stoffe – fair gehandelt. Coole Schnitte – von gerecht entlohnten Schneider*innen. Knallige T-Shirts – mit Farben, die die Umwelt nicht belasten. Das und mehr gab es auf der Ethical Fashion Show in Berlin. Zum dritten Mal von 17. bis 19. Januar fand die ethische Modemesse im Postbahnhof statt.

Du bist was du trägst limitiert sich nicht mehr auf Markennamen, sondern fragt nach dem, was dahinter steckt. Spätestens seit die Näherei Rana Plaza in Bangladesch 2013 einstürzte und über 1000 Menschen dabei starben, pochen mehr Konsument*innen auf ethisch korrekt hergestellte Kleidung. Viele junge Blogger*innen, wie dariadaria. reiten auf der Nachhaltigkeits-Welle und machen ökologisch und grün, salonfähig und schick.

Labels brauchen Influencer*innen und umgekehrt

Wie wichtig die Symbiose aus jungen Labels und den sogenannten Influencer*innen ist, wird uns auf der Fashion Show bewusst. Es gibt immer mehr kleine Marken, ständig neue Kollektionen – Vorsaison, Nebensaison, Herbst- und Frühlingsmode; kaum möglich den Trends hinterher zu kommen. Besonders unbekannte, nachhaltige Marken sind auf Werbung angewiesen, um ihre Mode populär zu machen, aber oft fehlt das nötige Kleingeld.

Genauso wollen auch Blogger*innen gesehen und gelesen werden. Wie gut, dass es das Prepeak-Konzept der Kleiderei* gab: Die Kleiderei wendete sich vor der Fashion Show an Aussteller*innen und Designer*innen der Messe und fragte, ob sie Kleidungsstücke ihrer neuen Kollektionen zur Verfügung stellen würden. Die Kleider, Jacken, Hosen und anderen außergewöhnlichen Schnitte, hingen dann während der Messe an einer Stange in einem separaten Raum – der Fotobox. Dort konnten Blogger*innen die Stücke probieren, sich damit ablichten lassen und wenn alles gut lief, kamen die Bilder ins Netz. Die Scheiber*innen bekommen den Fame und die Marken den Traffic.

Das kam sehr gut an – der Platz wurde eng. Auffallend allerdings, dass es keine männlichen Blogger gab und ebenso wenig Mode für den Mann. Generell hatten wir uns mehr Publikum auf der Messe erwartet. Die Gänge waren leicht zu passieren; nur vereinzelt verdichteten sich die Menschenmassen, so am Stand von Lovjoi. Dort gab es eine Live-Vorführung, wie die nachhaltigen T-Shirts in Zusammenarbeit mit syrischen Geflüchteten genäht werden.

*Kurz zur Info: Die Kleiderei ist ein Leihsystem für Hosen, Röcke, Kleider, T-Shirts gegen Fast Fashion und für eine nachhaltige Haltung zu Kleidungsstücken. Die Studentinnen Thekla Wilkening und Pola Fendel bieten mit ihrem Online-Service die Möglichkeit sich schicke Klamotten nach Hause zu bestellen, ohne sie zu kaufen. Natürlich zahlt man etwas aber generell geht es darum immer wieder neue Teile tragen zu können und trotzdem keinen platzenden Kleiderschank zu riskieren und Geld zu verpulvern. Ressourcenschonend.

Wir sind gespannt, wie sich die Lage nächstes Jahr entwickelt. Wird es mehr Besucher*innen geben, oder wird der Trend von weniger Konsum und mehr Tauschen, Upcyceln und Leihen greifen?

 

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