Diese Kunst rettet Essen

Tainá Guedes und ein Team aus Aktivisten und Künstlern nutzen Essen als kunstvolles Medium. Hierzu öffnen sie für einen Monat das Diner “MehrWert” in Berlin. Die Botschaft: “No more Food Waste.”

Radio und Essenstablett

Poppige Fast Food Kultur im Fifties Style.  | Tabea Mathern

Das Logo von MehrWert erinnert an McDonalds, der Innenraum der Kunstgalerie an ein Fifties Diner aus einem “Grease”-Film. Was hier in den nächsten vier Wochen aufgetischt wird, sind keine fetttriefenden Pommes und Burger, sondern Kunst. Kunst, die unsere Essgewohnheiten hinterfragt, bewusst macht, wie wir täglich Essen verschwenden, und helfen will das zu vermeiden.

Wir Deutschen werfen pro Jahr etwa 18 Millionen Tonnen genießbare Nahrungsmittel weg. Essensreste schieben wir in den Müll, obwohl wir wissen, dass in anderen Ländern Menschen verhungern. Damit wir unser Verhalten nachhaltig verändern, bedarf es mehr als Belehrungen.

Kunst und Essen sind stark verbunden

Das weiß die Künstlerin Tainá Guedes. Als Tochter eines brasilianischen Künstlers sind Essen und Kunst für sie von Kindesbeinen an stark verbunden: “Meine Mutter hat immer für uns und andere gekocht. Dabei habe ich ihr geholfen”, sagt Tainá. Mit 19 kochte sie dann in ihrem eigenen Restaurant.

Am 18. Februar eröffnet sie zusammen mit den Guerilla Architects, Tabea Mathern und weiteren Künstler*innen, Aktivist*innen und Lebensmittelretter*innen eine Ausstellung im Prenzlauer Berg – in Form eines Restaurants. Damit wollen sie das Schmuddelimage von krummen Gemüse und übrig gebliebenem Essen aufpolieren, für dessen Wert sensibilisieren und Hilfe leisten, weniger zu verschwenden.

“Working Together will make our world more sustainable”

Dafür haben die Künstlerinnen ein Jahr an einem Zero Waste Konzept gearbeitet. Und das hat es in sich: Die Entretempo Kitchen Gallery verwandeln sie in einen Schnellimbiss. Die Einrichtung dafür bauen sie aus Überbleibseln der Berlin Fashion Week, streichen die Wände mit gespendeten, knalligen Farben, upcyceln alte Möbel. Rezepte auf Mehrweggeschirr und  Essenstabletts können die Besucher*innen mit nach Hause nehmen, um braune Bananen in gute Kuchen zu verwandeln. Im Radio spielt eine eigens für die Ausstellung aufgenommene Sendung. Insgesamt stehen hinter dem Projekt circa 40 Akteure, die Workshops, ein Film Screening und Konzept-Dinner anbieten.

Schleife, Käppie und Co., alles ist lückenlos durchgeplant.  | Tabea Mathern

Zero Waste Einrichtung – Zero Waste Dinner

Während des Monats wird es vier dieser Konzept-Dinner geben mit jeweils Platz für 19 Leute. Restlos Glücklich und The Real Junk Food Project verkochen dafür gerettetes Essen im Fast Food Style. Zwei Performer*innen verbinden währenddessen Essen, Kunst und Gäste. Was sonst niemand mehr verwenden wollte, wird inszeniert und auf ein neues Level gebracht.

Nicht nur im Inneren soll die Installation inspirieren. Auch die Fassade bekommt einen neuen Anstrich. Im Vorbeilaufen kann man sich aus einer Kiste Lebensmittel mitnehmen oder Dinge, die man übrig hat selbst hinein legen. Auch Kinder will MehrWeg einbeziehen; Aktionen mit der Schule in der Nachbarschaft sind geplant.

“Food and art are both universal languages that can promote positive change in the world”

Wer sich selbst von der Energie der Künstler*innen und Projektpartner*innen überzeugen will, muss die Ausstellung besuchen. Am Samstag, den 18. Februar findet um 19 Uhr die Vernissage statt. Weitere Events des Projekts findet ihr hier. Solltet ihr es bis zum 18. März nicht dorthin schaffen, seid euch gewiss, dass ihr am Ende des Tages trotzdem Teil der Kunst sein könnt, kein Essen mehr zu verschwenden.

 

MehrWert – Temporäre Zero Waste Installation mit verschiedenen Veranstaltungen:
Wann?
Von 18. Februar bis 18. März
Wo? Entretempo Kitchen Gallery, Prenzlauer Berg – nicht zu übersehen dank neuem knallblauen Anstrich
Was? Full Awareness für Lebensmittelverschwendung

 

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