Wie du smart dein Handy lädst? – Mit deiner Zimmerpflanze

"Plan-e" und "Bioo" - zwei Unternehmen aus den Niederlanden und Spanien, die eine neue, nachhaltige und erneuerbare Energie auf dem Markt etablieren. Durch die Photosynthese von Pflanzen erzeugen sie Strom.

Erneuerbare Energien? Kennt man. Es gibt Solar-, Wind-, Erdwärme-, Wasser- und Bioenergie aus Biomasse. Alles grün, alles super. Was noch besser ist: Es gibt eine weitere alternative Energiequelle.

Zwei Unternehmen haben sich zur Aufgabe gemacht sie zu etablieren: Elektrizität, die von Pflanzen produziert wird. Damit ist nicht etwa Energie aus Biomasse gemeint. Es geht um Strom, der über den natürlichen Vorgang der Photosynthese gewonnen wird – ohne die Pflanzen dabei zu beeinträchtigen.

Plant-e kommt aus den Niederlanden und ist Vorreiter im Sektor Pflanzenenergie

Plant-e heißt das Unternehmen, das mit der Idee auf dem Markt kam. Entstanden ist sie an der Universität Wageningen in den Niederlanden als Teil des PhD-Projekts der Studenten Marjolein Helder und David Strik.

Ihre Technologie setzt auf einen natürlichen Prozess, der bei jeder Pflanze stattfindet – die Photosynthese.

Jede Pflanze produziert Biomasse, die sie zum Teil für ihr Wachstum benötigt. Etwa die Hälfte wird jedoch über das Wurzelwerk an die Erde abgegeben. Mikroorganismen zersetzen die freigesetzte Biomasse. Dadurch werden Elektronen und Protonen freigesetzt. Diese sind normalerweise Abfallprodukte im Zersetzungsprozess. Plant-e nutzt die freigesetzten Elektronen, um Elektrizität zu gewinnen – eine erneuerbare und nachhaltige Energiequelle.

Gerade für Drittweltländer enormes Potenzial

Einsatzmöglichkeiten für diese Technik sieht das Unternehmen vor allem in der urbanen Stromgewinnung. plant-e hat bis heute mehrere Dächer mit Biotopen zur Stromgewinnung ausgerüstet. Gegenüber Solarmodulen ist die Installation eines plant-e Moduls günstiger zu bewerkstelligen.

Ebenso vielversprechend ist die Herangehensweise für Drittweltländer, in denen große Bevölkerungsgruppen nach wie vor ohne Strom leben. Vorstellbar wäre es, bestehende Reisfelder mit den Plant-e Systemen zu bestücken. Momentan gibt es DIY-Kisten von Plant-e für Endverbraucher*innen zu kaufen.

Bioo ist ein junges Unternehmen aus Barcelona und stellt Gadgets für Endverbraucher*innen her

Bioo ist ein weiteres Unternehmen das sich diese Technik zu Nutze macht. Es wurde 2016 in Barcelona von Pablo M. Vidarte gegründet. Anders als plant-e, setzt das junge Unternehmen Bioo auf nutzerorientierte Gadgets für den Endverbraucher. So hat Bioo bislang Pflanztöpfe entwickelt, die die Photosynthese der Pflanzen nutzt, um Handys zu laden oder einen Wifi-Spot zu generieren. 

Beide Unternehmen führen ein alternatives Energiegewinnungsverfahren auf dem Markt ein, das erneuerbar und nachhaltig ist. Bislang ist es noch keine ernstzunehmende Alternative zu Solar- , Wind- und Biomassenenergie. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Potenzial scheint vor allem in der Förderung von Ländern zu liegen, deren Infrastruktur bislang keine Energiegewinnung auf klassisch erneuerbaren Wegen zulässt. Bis dahin können wir uns  daran erfreuen, unsere Handys künftig von der Pflanze auf dem Nachttisch laden zu lassen.

erschienen am 06. April 2017

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