Wilde Küche – 5 heimische Kräuter

Es gibt mehr Essbares da draußen als man denkt. Wir haben fünf Wildkräuter zum Ausprobieren zusammengesucht.

Eine Auswahl an Wildkäutern.

Bald ist es wieder soweit – der Frühling kommt zurück. Zeit raus zu gehen und das Leben aufzusaugen. Wer aufmerksam durch die Natur wandert findet nicht nur innere Ruhe und Ausgeglichenheit, sondern viel Essbares am Wegesrand, besonders Kräuter.

Wir haben fünf Wildkräuter herausgesucht, die sich super für die Küche eignen:

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen | Photo: Hoffnungsschimmer (CC BY-SA 2.0)

Das Gänseblümchen

Als Kind haben wir Kränze daraus geflochten und „Er/Sie liebt mich, Sie/Er liebt mich nicht“ gespielt. Das Gänseblümchen kennt jeder und kann nur schwer verwechselt werden.

Verwendung: Die Blüten schmecken, frisch oder getrocknet, als Tee. Die jungen Blätter und Blüten können außerdem frisch einem Salat zugegeben werden – schmeckt und sieht toll aus.

Wirkung: Der Volksmund sagt: regt Appetit und Stoffwechsel an. Außerdem soll es die Verdauung fördern.

Erntezeit: März bis November

Zusatz-Tipp: Gänseblümchen nur in kleinen Mengen essen. Zu viel kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

 

Der Löwenzahn bevor er zur Pusteblume wird.

Der Löwenzahn bevor er zur Pusteblume wird.

Der Löwenzahn

Damit meinen wir nicht die Kindersendung, sondern die gelbe Blume die fast überall wächst. Als wir klein waren hieß es, wir dürfen sie nicht essen. Das ist jedoch ein Irrtum: Löwenzahn ist vorzüglich. Hierbei gilt, je jünger die Pflanze desto bekömmlicher und schmackhafter ist sie.

Verwendung: Die jungen Blätter eignen sich gut als Salatbeigabe. Die Blüten können zum Garnieren benutzt werden, ergeben aber auch ein vorzügliches Gelee.

Wirkung: Soll Blähungen und Völlegefühl lindern

Erntezeit: Löwenzahnblätter von Mai bis September, die Blüten zwischen April und Mai

 

Sauerampfer in voller Blüte

Sauerampfer in voller Blüte | Photo: Andreas Rockstein (CC BY-SA 2.0)

Der Sauerampfer

Der Sauerampfer ist weit verbreitet und eignet sich super als wildes Küchenkraut. Er gehört zu den Knöterichgewächsen und seine langen, pfeilförmigen Blätter erinnern an die des Spinats.

Verwendung: Die Blätter haben einen säuerlichen Geschmack und eignen sich gut für Salate, Suppen oder Pürees. Zum Kochen solltest du junge Blätter bevorzugen, da große ältere Blätter schnell bitter und herb schmecken.

Wirkung: Verdauungsfördernd, blutreinigend und harntreibend; reich an Vitamin C

Erntezeit: April bis Ende Juni; findet man bis November, aber dann ist die Oxalsäure so hoch, dass er nicht mehr schmeckt

Zusatz-Tipp: Den sauren Geschmack bekommt der Ampfer durch die Oxalsäure in den Blättern. Die Blätter können grün oder auch rötlich sein. Dabei gilt, je rötlicher das Blatt, desto mehr Oxalsäure, desto saurer ist es.

 

Brennessel

Die Brennessel   |   Photo: Till Westermayer (CC BY-SA 2.0)

Die Brennnessel

Die Brennnessel kennt man als Unkraut. Sie wächst fast überall und ist ziemlich robust. Ob Schatten oder pralle Sonne – die Brennnessel ist anpassungsfähig. Als Kind hast du dich bestimmt auch daran “gebrannt”.

Verwendung: Junge Blätter eignen sich als Salat, oder man kocht sie, wie Spinat. Auch in Suppen oder als Tee schmeckt sie gut. Tipp: Für einen Tee nur getrocknete Blätter verwenden. Die Samen der männlichen Pflanzen kann man rösten. Sie haben einen mild-nussigen Geschmack und sind ein super Snack, Salat- oder Brot-Topping.

Wirkung: Hilft bei Eisenmangel – in ihr ist mehr Eisen als im Spinat. Soll außerdem gut für Leber und Galle, sowie den Verdauungstrakt sein.

Erntezeit: Zwischen Mai und August

Zusatz-Tipp: Aufpassen beim Pflücken! Um dich nicht zu brennen, kannst du die Brennnesseln in ein Tuch legen und darin wringen, um die Nesseln unschädlich zu machen.

 

Schafgarbe

Schafgarbe | Photo: Andrea Pokrzywinski (CC BY 2.0)

Die Schafgarbe

Die Schafgarbe ist ein heimisches Wildkraut mit vielen positiven Eigenschaften. Sie wächst auf Wiesen, Weiden und an Wegrändern.

Verwendung:  Besonders gut als Tee. Die Jungen noch ganz zarten Blätter schmecken als Pesto.

Rezept-Tipp: Zwei Hände voll junger Schafgarbe sammeln und klein hacken. Olivenöl und Knoblauch in einer Pfanne erhitzen und die Schafgarbe mit Nudel kurz darin schwenken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – einfach und lecker.

Wirkung: Fördert den Gallenfluss und kann bei Durchfallerkrankungen helfen. Teile der Pflanze werden eingesetzt, um die Durchblutung zu fördern oder den Blutdruck zu senken.

Erntezeit: Mai bis Oktober

Zusatz-Tipp: Eine Teemischung aus Schafgarbe und Frauenmantel soll besonders gut bei Menstruationsbeschwerden helfen – ein Allround-Talent in der Naturheilkunde.

 

Bevor es jetzt auf die Wiese geht, hier noch eine Einführung in die Kunst der Kräuter-Jagd:

  •  Wenn du Kräuter sammelst, verzichte auf Plastiktüten. Zum einen ist Plastik so oder so eine schlechte Alternative. Zum anderen mögen Wildkräuter frische Luft. Das heißt am besten eignen sich Jutebeutel oder Flechtkorb. Dort werden die Kräuter nicht gequetscht, schwitzen nicht und können atmen.
  • Straßennahe und gedüngte Wiesen sind zum Sammeln nicht geeignet. Wildkräuter, die dort wachsen sind oft durch Schadstoffe belastet. Auch Parkwiesen auf denen oft Hunde spielen, solltest du meiden.
  • Zum Pflücken solltest du ein kleines Messer oder eine Schere mitnehmen. Damit kannst du gezielt ganze Pflanzen oder Blätter abschneiden, ohne die Wurzeln zu beschädigen.
  • Darauf achten, dass du nicht zu viele Kräuter auf einmal erntest. Dann wachsen sie auch in Zukunft wieder an der Stelle.
  • Wenn du dir nicht absolut sicher mit den Kräutern bist, solltest du unbedingt einen Kräuterführer mit dir tragen. Es gibt nicht nur viel Essbares sondern auch Giftiges in unserer Flora.

Viel Spaß beim Erkunden!

 

erschienen am 23. Februar 2017

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